29.10.2020: Nanoporöse Kohlenstoffe für die Wasserstoffspeicherung

Univ.-Prof. Christian Mitterer, Lehrstuhl für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme

Die Speicherung von Wasserstoff wird als letzte Herausforderung zum Übergang zu einem weltweiten Energienetz betrachtet, in dem Wasserstoff als effizienter und kohlenstofffreier Energieträger eingesetzt werden kann. Der Vortrag beleuchtet im einführenden Teil die Unzulänglichkeiten der derzeitigen Speicherung als hochkomprimiertes Gas oder in kryoflüssiger Form.

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Anstrengungen zur Entwicklung von Feststoffen, die die Möglichkeiten der physikalischen oder chemischen Anbindung von Wasserstoff und zu seiner reversiblen Freisetzung bieten. Insbesondere die physikalische Adsorption stellt die Basis für eine der höchstattraktiven Speichermethoden dar. Nanoporöse Kohlenstoffe mit ihrer guten Verfügbarkeit und ihrem geringen Gewicht sind ideale Werkstoffe für die Wasserstoffspeicherung. Der Vortrag beleuchtet, wie ihre Eigenschaften zur Erhöhung der Speicherkapazität optimiert werden müssen und welche Herausforderungen auf dem Weg zu einem im breitem Maßstab einsetzbaren Speichermedium bestehen.

 

 

Christian Mitterer studierte Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben und promovierte am damaligen Institut für Metallkunde und Werkstoffprüfung. Im Jahr 2000 habilitierte er sich für das Fachgebiet Oberflächentechnik, seit dem Jahr 2011 leitet er den Lehrstuhl für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme. In den mehr als 30 Jahren seiner Tätigkeit an der Montanuniversität konnte er eine der international führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet des Designs, der Synthese, der Charakterisierung und Anwendung dünner Schichten, z.B. für beschichtete Werkzeuge, für Displays und die Mikroelektronik oder zur Aktivierung von Oberflächen aufbauen. Er ist Autor von über 330 Publikationen in referierten Journalen. Im Jahr 2012 wurde er zum Fellow der American Vacuum Society, ernannt und 2016 zum korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Senats der Montanuniversität Leoben.

22.10.2020: Wasserstoff als Energievektor der Zukunft

Univ.-Prof. Markus Lehner, Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des Industriellen Umweltschutzes, Montanuniversität Leoben

Wasserstoff wird eine tragende Rolle spielen bei der Energiewende und der Dekarbonisierung unserer Gesellschaft. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) arbeitet an einer Wasserstoffstrategie für Österreich, die wesentlich zu dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel einer Klimaneutralität bis 2040 beitragen soll. Warum wird Wasserstoff dafür gebraucht und woher soll der Wasserstoff dafür kommen?

Im Vortrag wird in einem ersten Teil das Anwendungspotential von Wasserstoff diskutiert in den Bereichen Netzstabilisierung und Sektorenkopplung, Mobilität, Rohstoff für die chemische, petrochemische und metallurgische Industrie sowie im Wärmesektor. Der zweite Teil des Vortrages beschäftigt sich mit der Erzeugung von Wasserstoff und beleuchtet die Vor- und Nachteile von Elektrolyse, Biomasse und fossilen Rohstoffen für die Wasserstoffproduktion.

 

Markus Lehner studierte Verfahrenstechnik an der Technischen Universität München. Er promovierte am Lehrstuhl für Thermodynamik der TU München zur Abgasreinigung von Abfallverbrennungsanlagen. Seine Industriekarriere begann er als Projektingenieur im Anlagenbau bei der RVT Process Equipment GmbH, die zu dieser Zeit noch Rauschert Verfahrenstechnik GmbH hieß. Zuletzt war er in diesem Unternehmen für den Bereich Vertrieb, Konstruktion und Engineering verantwortlich und maßgeblich am Aufbau des Asiengeschäftes und einer Niederlassung in China beteiligt. Seit 2010 leitet er den Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes und beschäftigt sich intensiv mit der Nutzung von CO2 als Rohstoff, chemisch-katalytischen Prozessen zur Erzeugung erneuerbarer Kohlenwasserstoffe sowie dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen.