28.01.2021 17:30 Entwicklung der Energiewirtschaft in Österreich Oliver Rathkolb, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
21.01.2021 17:30 Geologische CO2 Speicherung: Prozesse, Chancen und Risiken einer umstrittenen Technologie Holger Ott, Lehrstuhl für Reservoir Engineering
14.01.2021 17:30 Technologiewandel und Einfluss auf Nachhaltige Entwicklung Arnulf Grübler, IIASA
10.12.2020 17:30 Erneuerbare Energieprojekte in Schwellenländern Michael Müllneritsch, Aracuba GmbH
03.12.2020 17:30 Brennstoff- und Elektrolysezellen für die treibhausgasneutrale Mobilität und für industrielle Prozesse Werner Sitte, Lehrstuhl für Physikalische Chemie
26.11.2020 17:30 Speicher oder Hochspannungsleitungen? Wie gestalten wir die Energieinfrastruktur der Zukunft? Thomas Kienberger, Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
19.11.2020 17:30 Smart Products as Enablers of Circular Value Creation Andres Alcayaga, Johannes Kepler Universität Linz (Vortrag auf Englisch)
12.11.2020 17:30 Der Klimakrise begegnen: Die Rolle von Klimakommunikation, Visionen und Lösungsansätzen Sybille Chiari, W. Lampert GmbH
05.11.2020 17:30 Abfall = Rohstoff / Über den Umgang mit den Stoffwechselprodukten unserer Gesellschaft Roland Pomberger, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
29.10.2020 17:30 Nanoporöse Kohlenstoffe für die Wasserstoffspeicherung Christian Mitterer, Lehrstuhl für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme
22.10.2020 17:30 Wasserstoff als Energievektor der Zukunft Markus Lehner, Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des Industriellen Umweltschutzes

Geologische CO2 Speicherung: Prozesse, Chancen und Risiken einer umstrittenen Technologie (21.01.2021)

Holger Ott, Lehrstuhl für Reservoir Engineering

Gehen wir davon aus, dass die Weltbevölkerung wächst und damit auch das Streben nach stetigem Wirtschaftswachstum sowie wachsendem Wohlstand. Wie wird sich der Energie-Mix der Welt verändern? Werden wir in Zukunft komplett auf fossile Energieträger verzichten können?
Aufgrund des weltweit wachsenden Energiebedarfs und des relativ langsamen Übergangs zu nachhaltigen Energiequellen werden fossiler Energieträger auch in den kommenden Jahrzehnten unsere Hauptenergiequelle bleiben. Um unsere ambitionierten Klimaziele dennoch zu erreichen, sind Übergangstechnologien erforderlich, um die damit verbundenen CO2-Emissionen zu begrenzen. Carbon Capture and Storage (CCS) ist eine solche Technologie mit einem hohen Potenzial zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und möglicherweise sogar zur Erzielung eines negativen CO2-Fußabdrucks. Laut Weltklimarat sind diese Technologien unbedingt erforderlich, gelten jedoch als Geoengineering und werden deshalb kontrovers diskutiert.
Im Vortrag wird unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern diskutiert, wie wir zukünftig damit umgehen können und welche Rolle der geologischen CO2 Speicherung zukommen wird im Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft. Darüber hinaus werden die unterirdischen Prozesse während der Speicherung diskutiert, die für die Bewertung des Speicherpotenzials und die Risikobewertung eine Rolle spielen.
 

Holger Ott studierte Physik in Stuttgart und Berlin, und promovierte 2004 an der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Festkörperphysik. Bevor er 2006 in die Industrie wechselte, war er Fellow und Postdoktorand an der University of Tokyo (Japan, 2002), und der Universität zu Köln (Deutschland, 2004-2006).

Ab 2006 arbeitete Holger als Senior Scientist und Projektleiter bei Shell Global Solutions International B.V. in den Niederlanden und war unter anderem wissenschaftlicher Leiter im Bereich der geologische CO2 Speicherung. Während dieser Zeit unterrichtete Holger als Honorary Reader am Imperial College London, und habilitierte 2015 an der RWTH Aachen in Deutschland in den Angewandten Geowissenschaften.

2016 wurde Holger an die Montanuniversität Leoben berufen. Er leitet den Lehrstuhl für Reservoir Engineering, und ist seit 2019 Leiter des Departments Petroleum Engineering. Seine primären Forschungsinteressen liegen in der Dekarbonisierung fossiler Brennstoffe und der geologischen Energiespeicherung.

Technologiewandel und Einfluss auf Nachhaltige Entwicklung (14.01.2021)

Arnulf Grübler, IIASA

Der Vortrag gibt eine Einführung in die Theorie des technologischen Wandels und grundlegender Konzepte der Nachhaltigen Entwicklung basierend auf neuesten Arbeiten aus dem Gebiet der „sustainability science“ (Wissenschaft der Nachhaltigkeit), die auch in einer neuen Vorlesung über Nachhaltige Entwicklung an der MUL ihren Niederschlag in der Lehre findet. Die drei Hauptprinzipien nachhaltiger Entwicklung (Inklusionsprinzip, Vorsorgeprinzip, Nachlassprinzip) werden kurz vorgestellt und Beispiele wie technologischer und gesellschaftlicher Wandel (die eng miteinander verbunden sind) diese Nachhaltigkeitsprinzipien beinflussen, aufgezeigt. Schwerpunkt ist ein nachfrageorientierter Ansatz basierend auf dem UNO Nachhaltigkeitsziel SDG12: „verantwortlicher Konsum und Produktion“, wobei konkrete Beispiele neuer Innovationen zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Energie und Ressourcen-Effizienz, Digitalisierung, und der „sharing economy“ präsentiert werden. Neueste Forschungen am IIASA, die integrative Strategien zur Nachhaltigen Entwicklung aufzeigen (u.a. „The World in 2050“ Initiative) werden mittels quantitativer Szenarien und Modellsimulationen vorgestellt um zu zeigen dass Nachhaltige Entwicklung möglich ist, aber eine Transformation bestehender Konsum- und Produktionsmodelle und Gewohnheiten erfordert.

Dipl.Ing.Dr. Arnulf Grübler ist Wissenschafter und Programm Direktor Emeritus am IIASA (Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse), Laxenburg, und Honorarprofessor und Vortragender an der Montanuniversität Leoben. Er ist langjähriges Mitglied des UNO Klimabeirates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), welcher 2007 den Friedensnobelpreis erhielt. Seine Forschungsschwerpunkte sind langfristiger Technologiewandel (vor allem in Energie- und Transportsystemen), Klimaschutz, und Nachhaltige Entwicklung.

Erneuerbare Energieprojekte in Schwellenländern (10.12.2020)

Michael Müllneritsch, Aracuba GmbH

Der stark wachsende weltweite Energiehunger und die Notwendigkeit, diese Energie in naher Zukunft auf nachhaltige Weise zur Verfügung zu stellen, stellt die Weltgemeinschaft vor große Herausforderungen. Besondere Brisanz erfährt dieses Thema in Bezug auf Länder, die erst im Aufbau ihrer Energiestruktur begriffen sind. Wie kann die Etablierung erneuerbarer Energien in Ländern des globalen Südens gelingen? Welches Potential birgt der Ausbau von Wind-, Wasser und Sonnenenergie in Afrika? Wo steht man heute? Wer sind die wichtigsten Akteure? Einblicke in diesen komplexen Themenbereich gibt Mag. Michael Müllneritsch, Strategieberater für erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Michael Müllneritsch hat jahrelange Erfahrung in der Strategieberatung mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Zurzeit ist er geschäftsführender Gesellschafter der Aracuba GmbH, einer internationalen Unternehmensberatung und Thinktank. In dieser Funktion ist er hauptverantwortlich für Strategieberatung, Projektentwicklung und das Startup Coaching. Der Wissenstransfer und der Aufbau von nachhaltigen Netzwerken stehen hierbei im Fokus. Er leitet die Weiterentwicklung und den Ausbau der Experten- und Wissensplattform „Aracuba Experts“ und der Learning App und Wissenshub zum Thema SDGs „Aracuba Academy“.
Michael Müllneritsch legt einen besonderen Fokus seiner Arbeit auf die Förderung von innovativen Social Entrepreneurs. Michael Müllneritsch ist u.a. zertifizierter Kommunaler Klimabeauftragter, Business-Coach, und hat einen Magister der Rechtswissenschaften der KF Universität Graz, sowie einen MSc Renewable Energy Systems der TU Wien.
 

Brennstoff- und Elektrolysezellen für die treibhausgasneutrale Mobilität und für industrielle Prozesse (03.12.2020)

Werner Sitte, Lehrstuhl für Physikalische Chemie

Die Energiewende bedeutet nicht nur Herausforderungen im Bereich der Mobilität, sondern auch für die Industrie. Wie können diese bewältigt werden? Dazu werden einerseits Brennstoffzellen im Bereich der Elektromobilität, aber auch für stationäre Anwendungen eine wichtige Rolle spielen. Andererseits werden Hochtemperaturelektrolysezellen für die Speicherung von elektrischer Energie in großem Maßstab und zur Dekarbonisierung von industriellen Prozessen eingesetzt werden. Diese Themen werden im Vortrag angesprochen und aktuelle Forschungsaktivitäten am Lehrstuhl für Physikalische Chemie der Montanuniversität vorgestellt.

Werner Sitte studierte Technische Chemie an der Technischen Universität Graz und promovierte am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie. Im Jahr 1990 habilitierte er sich für das Fach Physikalische Chemie. Er wurde im Jahr 2000 an die Montanuniversität Leoben berufen und leitet seither das Institut bzw. den Lehrstuhl für Physikalische Chemie. Von 2011 bis 2017 war er Studiendekan der Montanuniversität. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Physikalische Chemie von ionisch-leitenden Materialien. Die damit verbundene Expertise erlaubt Anwendungen im Bereich zukünftiger Energietechnologien, wie Festoxidbrennstoffzellen (SOFCs) und Festoxidelektrolysezellen (SOECs).

Speicher oder Hochspannungsleitungen? Wie gestalten wir die Energieinfrastruktur der Zukunft? (26.11.2020)

Univ.Prof. Thomas Kienberger, Lehrstuhl für Energieverbundtechnik

Die Energiewende wird den Aufbau und den Betrieb unserer Energiesysteme völlig verändern. Darüber sind sich die meisten Experten einig. Doch wie wird diese Transformation am besten bewältigt? Energieautarkie, Energy Communities, Wasserstoff und Netzausbau sind in diesem Zusammenhang einige Begriffe die durch die Medien gehen. Thomas Kienberger wird in seinem Vortrag zunächst Randbedingungen für die Transformation der Energiesysteme skizzieren und auf die Situation in Österreich umlegen. Anschließend wird er aktuelle Herausforderungen aufgreifen und Lösungsansätze aus der Forschung vorstellen.
Soviel sei vorweggenommen: Speicher oder Hochspannungsleitungen? Es wird beides brauchen!

Thomas Kienberger ist seit 2014 Professor und Leiter des Lehrstuhls für Energieverbundtechnik an der Montanuniversität Leoben. Experte für integrierte Energiesysteme im öffentlichen Raum und in der Industrie. Hauptaspekte seiner Forschung und Lehre sind interdisziplinäre, systemische Ansätze zur Integration Erneuerbarer und zur Erhöhung der gesamtsystemischen Energieeffizienz. Seit 2018 Mitglied der Steuerungsgruppe der Vorzeigeregion New Energy For Industry - NEFI und Leiter des NEFI_lab. Innovator und Netzwerker in der Industrielandschaft in Österreich und darüber hinaus.

Smart Products as Enablers of Circular Value Creation (19.11.2020)

Andres Alcayaga, Johannes Kepler Universität Linz

Andres Alcayaga, MSc ist Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Integrierte Qualitätsgestaltung (IQD) an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU), Österreich.
Seine Forschung erforscht die Schnittmenge zwischen Kreislaufwirtschaft, dem Internet der Dinge und Service-Geschäftsmodellen. Insbesondere zielt er darauf ab, Chancen und Herausforderungen smarter Produkte für das Lebenszyklusmanagement und die Innovation von Geschäftsmodellen zu entdecken. Darüber hinaus konzentriert er sich auf das Verständnis innovativer Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit digitalen Technologien und zirkulären Systemen sowie auf die Konsequenzen neuartiger Wertschöpfungskettenarchitekturen für Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme. Er hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und einen Master-Abschluss in Internationaler Wirtschaftsinformatik. Zuvor hat er als IT-Leistungs- und Qualitätsmanager und als IT-Berater gearbeitet.

Der Klimakrise begegnen: Die Rolle von Klimakommunikation, Visionen und Lösungsansätzen (12.11.2020)

Dr. DI Sybille Chiari, Werner Lampert GmbH

Der Klimakrise begegnen: Die Rolle von Klimakommunikation, Visionen und Lösungsansätzen
Wollen wir der Klimakrise effektiv begegnen, müssen wir alle großen Stellschrauben in unserer Gesellschaft und Wirtschaft ins Visier nehmen. Was hat uns bis jetzt ausgebremst? Welche Schritte braucht es konkret? Und wie schafft man in der Gesellschaft mehr Verständnis für die notwendigen, weitreichenden Änderungen in diversen Bereichen unseres Lebens?
Um keine Zeit zu verlieren, Reibungsverluste zu vermeiden und ein möglichst breites Verständnis zu schaffen, ist gute Klimakommunikation essentiell. Egal ob es um technologische, soziale oder ökonomische Klimaschutzmaßnahmen geht: ihre Wirkung hängt ganz wesentlich von der begleitenden Kommunikation ab. Wir ergründen gemeinsam wodurch motivierende und inspirierende Geschichten und Bilder und erstrebenswerte Visionen das Zünglein an der Waage des effektiven Klimaschutzes bilden können, um das gesellschaftliche Umdenken zu katalysieren.

Sybille Chiari hat in den letzten Jahren an der Universität für Bodenkultur (Wien) verschiedene internationale Forschungsprojekte zum Thema Klimakommunikation konzipiert und koordiniert. In praxisnahen Forschungsansätzen arbeitet sie eng mit verschiedenen Zielgruppen wie PolitikerInnen (talesoftomorrow.boku.ac.at), Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen.

Seit Kurzem betreut sie das Online Magazin „Nachhaltigkeit. Neu. Denken“ und kümmert sich in der Werner Lampert GmbH um die Themen Klima- und Nachhaltigkeitskommunikation. Sie ist Mitglied der Initiative Scientists for Future (scientists4future.org/) und Mitgründerin / Obfrau des Vereins Bele Co-Housing (Living Lab für zukunftsfähige Lebensweisen, www.belehof.at).

Abfall = Rohstoff / Über den Umgang mit den Stoffwechselprodukten unserer Gesellschaft (05.11.2020)

Univ.Prof. Roland Pomberger, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft

Die Stoffwechselprodukte unserer Gesellschaft - unser ABFALL.
Abfall ist einerseits ein Problem, das die Gesellschaft lösen muss und andererseits eine Chance, weil sekundäre Rohstoffe und Energie daraus gewonnen werden können.
Herausforderungen sind der Beitrag zum Klimaschutz durch moderne Abfallsammlung und Verwertung, Das "Plastik Problem", das vielmehr ein Problem des Umgangs mit unseren Produkten ist und sich zu einem globalen Problem entwickelt hat. Auch auf neue Abfälle sogenannten "Future Waste" wird Prof. Pomberger eingehen.
Thema sind aber auch Lösungsansätze. Hier werden speziell die Beiträge der Forschungsprojekte der Montanuniversität dargestellt.
Und am Schluss folgt noch die eine oder andere Empfehlung direkt an den Zuhörer, wie ein positiver persönlicher Beitrag geleistet werden kann."
 

„Abfall ist der Rohstoff am falschen Ort“ das ist das berufliche Motto des Professors für Abfallverwertungstechnik an der Montanuniversität. Nach 20 erfolgreichen Jahren in der privaten Entsorgungswirtschaft wechselte Univ. Prof. DI Dr. Roland Pomberger ans Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik in Leoben.
Das akkreditierte Labor des Institutes ist spezialisiert auf Abfallanalytik und unterstützt die Forschungsprojekte in den Bereichen Recycling, Deponietechnik und Altlastensanierung. Das Labor steht als Dienstleister auch Partnern der privaten und kommunalen Entsorgungswirtschaft und der Industrie für Abfalluntersuchungen zur Verfügung.
Ein Spezialgebiete von Professor Pomberger sind die Entwicklung und der Einsatz von Ersatzbrennstoffen und speziellen Recyclingverfahren. Weitere Schwerpunkte der Forschung des Lehrstuhles sind: Abfallmineralogie und Schadstoffmobilität, Anlagen der Zukunft (ReWaste4.0) und sensorgestützte Sortierung, Kritische Rohstoffe in Abfällen, Recycling und ReUse von Lithium-Ionen-Batterien, Sicherheit in der Abfallwirtschaft.

Nanoporöse Kohlenstoffe für die Wasserstoffspeicherung (29.10.2020)

Univ.-Prof. Christian Mitterer, Lehrstuhl für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme

Die Speicherung von Wasserstoff wird als letzte Herausforderung zum Übergang zu einem weltweiten Energienetz betrachtet, in dem Wasserstoff als effizienter und kohlenstofffreier Energieträger eingesetzt werden kann. Der Vortrag beleuchtet im einführenden Teil die Unzulänglichkeiten der derzeitigen Speicherung als hochkomprimiertes Gas oder in kryoflüssiger Form.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Anstrengungen zur Entwicklung von Feststoffen, die die Möglichkeiten der physikalischen oder chemischen Anbindung von Wasserstoff und zu seiner reversiblen Freisetzung bieten. Insbesondere die physikalische Adsorption stellt die Basis für eine der höchstattraktiven Speichermethoden dar. Nanoporöse Kohlenstoffe mit ihrer guten Verfügbarkeit und ihrem geringen Gewicht sind ideale Werkstoffe für die Wasserstoffspeicherung. Der Vortrag beleuchtet, wie ihre Eigenschaften zur Erhöhung der Speicherkapazität optimiert werden müssen und welche Herausforderungen auf dem Weg zu einem im breitem Maßstab einsetzbaren Speichermedium bestehen.

Christian Mitterer studierte Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben und promovierte am damaligen Institut für Metallkunde und Werkstoffprüfung. Im Jahr 2000 habilitierte er sich für das Fachgebiet Oberflächentechnik, seit dem Jahr 2011 leitet er den Lehrstuhl für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme. In den mehr als 30 Jahren seiner Tätigkeit an der Montanuniversität konnte er eine der international führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet des Designs, der Synthese, der Charakterisierung und Anwendung dünner Schichten, z.B. für beschichtete Werkzeuge, für Displays und die Mikroelektronik oder zur Aktivierung von Oberflächen aufbauen. Er ist Autor von über 330 Publikationen in referierten Journalen. Im Jahr 2012 wurde er zum Fellow der American Vacuum Society, ernannt und 2016 zum korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Senats der Montanuniversität Leoben.

Wasserstoff als Energievektor der Zukunft (22.10.2020)

Univ.-Prof. Markus Lehner, Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des Industriellen Umweltschutzes, Montanuniversität Leoben

Wasserstoff wird eine tragende Rolle spielen bei der Energiewende und der Dekarbonisierung unserer Gesellschaft. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) arbeitet an einer Wasserstoffstrategie für Österreich, die wesentlich zu dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel einer Klimaneutralität bis 2040 beitragen soll. Warum wird Wasserstoff dafür gebraucht und woher soll der Wasserstoff dafür kommen?
Im Vortrag wird in einem ersten Teil das Anwendungspotential von Wasserstoff diskutiert in den Bereichen Netzstabilisierung und Sektorenkopplung, Mobilität, Rohstoff für die chemische, petrochemische und metallurgische Industrie sowie im Wärmesektor. Der zweite Teil des Vortrages beschäftigt sich mit der Erzeugung von Wasserstoff und beleuchtet die Vor- und Nachteile von Elektrolyse, Biomasse und fossilen Rohstoffen für die Wasserstoffproduktion.

Markus Lehner studierte Verfahrenstechnik an der Technischen Universität München. Er promovierte am Lehrstuhl für Thermodynamik der TU München zur Abgasreinigung von Abfallverbrennungsanlagen. Seine Industriekarriere begann er als Projektingenieur im Anlagenbau bei der RVT Process Equipment GmbH, die zu dieser Zeit noch Rauschert Verfahrenstechnik GmbH hieß. Zuletzt war er in diesem Unternehmen für den Bereich Vertrieb, Konstruktion und Engineering verantwortlich und maßgeblich am Aufbau des Asiengeschäftes und einer Niederlassung in China beteiligt. Seit 2010 leitet er den Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes und beschäftigt sich intensiv mit der Nutzung von CO2 als Rohstoff, chemisch-katalytischen Prozessen zur Erzeugung erneuerbarer Kohlenwasserstoffe sowie dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen.