Termine Wintersemester 2025/26
| 30.10.2025 | 17:00 | Die Rolle des Bergbaus in der Nachhaltigkeitstransformation* | Michael Tost | WebEx |
| 20.11.2025 | 17:00 | Greenwashing – das schmutzige Geschäft mit deinem Gewissen | Ursula Bittner | WebEx |
| 18.12.2025 | 18:00 | Von Zelle zu Zelle: Mikrobielle Rückgewinnung kritischer Metalle aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien* | Eva Gerold | WebEx |
| 15.01.2026 | 17:00 | Recycling von Wintersportartikeln - retten wir damit die Welt? | Clemens Holzer | WebEx |
| 22.01.2026 | 17:00 | Nachhaltigkeit an Kläranlagen und Klärschlamm | Markus Ellersdorfer | WebEx |
* Talk finded auf Englisch statt.
22.01.2026: Nachhaltigkeit an Kläranlagen und Klärschlamm
Markus Ellersdorfer moderiert von Christoph Scherounigg

(C) Christof Industries
Kurzfassung
Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen – für Landwirtschaft, Ernährung und das tägliche Leben. Gleichzeitig wird sauberes Wasser durch den steigenden Verbrauch, den Klimawandel und die zunehmende Umweltbelastung immer wertvoller. In Haushalten, Gewerbe und Industrie fallen täglich große Mengen Abwasser an, die in Kläranlagen gereinigt werden, um Schadstoffe zu entfernen, sauberes Wasser in den Wasserkreislauf zurückzuführen und unsere Gewässer zu schützen. Doch Kläranlagen werden in Zukunft mehr sein als nur Reinigungsanlagen für Abwässer: Sie können sich zu wichtigen Lieferanten von Energie und Rohstoffen entwickeln. Im Abwasser und im Klärschlamm stecken Energie, aber auch wertvolle Stoffe wie Phosphor sowie Ausgangsmaterialien für Biokunststoffe. Der Vortrag zeigt, wie moderne Kläranlagen funktionieren, welche Ressourcen sie liefern können und wie die Kläranlage der Zukunft aussehen könnte — als wichtiger Baustein einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und vielleicht sogar als Herkunftsort der Tomate von morgen.

Markus Ellersdorfer ist assoziierter Professor am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes an der Montanuniversität Leoben. Seit seiner Promotion zur Kombination von Biogasanlagen und Zementwerken im Jahr 2011 beschäftigt er sich mit einer zentralen Frage: wie können biogene Roh- und Reststoffe sinnvoll in der Industrie genutzt werden? 2016 gründete er dazu den Forschungsbereich „Renewable Materials Processing“, den er seitdem leitet. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit Biogas- und Vergärungstechnologien, biologischer CO₂-Nutzung, Mikroalgenproduktion, hydrothermaler Biomasseverwertung sowie der Rückgewinnung von Nährstoffen aus Abwasser.
15.01.2026: Recycling von Wintersportartikeln - retten wir damit die Welt?
Clemens Holzer moderiert von Christoph Scherounigg

(c) PxHere / CC0 Public Domain
Kurzfassung
Skifahren ist in Österreich Nationalsport – doch was passiert mit der Ausrüstung am Ende ihrer Lebensdauer? Das Projekt WINTRUST entwickelt Kreislauflösungen für Wintersportartikel und zeigt, wie durch die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft eine Antwort auf eine extrem komplexe Abfallthematik gefunden werden kann.

Clemens Holzer hat Kunststofftechnik an der Montanuniversität Leoben studiert. Acht Jahre lang war er erfolgreich in der Schweiz in der Industrie tätig (Entwicklungsingenieur in der zentralen F&E bis Leiter Produktion und Leiter F&E). Danach sechs Jahre als stellvertretender Institutsleiter und Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, bevor er 2008 als Leiter des Lehrstuhles Kunststoffverarbeitung und Gründer des Departments Kunststofftechnik nach Leoben zurückkehrte. Seine wichtigsten Forschungsthemen sind: Extrusion, Recycling, Spritzgießen und Additive Fertigung. Aktuell ist er auch Leiter des Departments Kunststofftechnik und Studiengangsbeauftragter für das Studium Circular Engineering.
18.12.2025: Von Zelle zu Zelle: Mikrobielle Rückgewinnung kritischer Metalle aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien
Eva Gerold moderiert von Christoph Scherounigg

PxHere / CC0 Public Domain
Kurzfassung
Diese Präsentation gibt einen Überblick über die aktuelle Forschung zur biometallurgischen Rückgewinnung kritischer Metalle aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung umweltfreundlicher, energie- und reagenzarmer Verfahren unter Verwendung mikrobieller Systeme wie Acidithiobacillus thiooxidans und Gluconobacter oxydans. Parameterstudien und Selektivitätsuntersuchungen zielen darauf ab, Bioleaching-Mechanismen aufzuklären und Rückgewinnungs- und Reinigungsstrategien zu optimieren. Das endgültige Ziel ist die Etablierung nachhaltiger Verfahren für das Recycling von Batterien der nächsten Generation.

Eva Gerold ist Assistenzprofessorin für Nichteisenmetallurgie an der Montanuniversität Leoben. Sie schloss ihre Habilitation im Jahr 2025 zum Thema integrierte Recyclingstrategien für metallhaltige Rückstände mit Schwerpunkt auf Lithium-Ionen-Batterien ab. Von 2021 bis 2025 war sie Senor Scientist und Leiterin der Forschungsgruppe „Recycling von Lithium-Ionen-Batterien“. Sie promovierte 2021 mit einer Arbeit über ein hydrometallurgisches Recyclingkonzept für Lithium-Ionen-Batterien und war von 2018 bis 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zu ihren Abschlüssen gehören ein Master und ein Bachelor in Industriellem Umweltschutz und Verfahrenstechnik.
20.11.2025: Greenwashing – das schmutzige Geschäft mit deinem Gewissen
Ursula Bittner moderiert von Christoph Scherounigg

(c) Oekom Verlag
Kurzfassung
Wie tragen Konzerne gezielt dazu bei, politisches Handeln zu blockieren – statt echte Lösungen voranzubringen? In dem neuen Greenpeace-Report zeigt Ursula Bittner auf, wie Greenwashing längst zum zentralen Bestandteil globaler Wirtschafts- und auch Politikstrategien geworden ist. Sie beleuchtet, wie Unternehmen und Lobbygruppen durch irreführende Werbeaussagen und das Lobbyieren für schwache Gesetze Bürger:innen täuschen und wichtige Regulierungen im Umwelt- und Klimabereich torpedieren. So sichern sie sich steigenden Profit ohne an ihrem Kerngeschäft etwas ändern zu müssen. Gemeinsam erfahren wir in dem Vortrag, wie und warum Greenwashing entstanden ist, warum es so gefährlich ist und wieso wir derzeit den Höhepunkt des Greenwashing Zeitalter erleben. Wir lernen, wieso „Greenhushing“ und „Greencancelling“ gefährliche Spielarten dieser Strategie sind – und welche Wege es gibt, um echte Nachhaltigkeit und Klimaschutz wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Ursula Bittner ist Wirtschaftsexpertin und Organisationssprecherin bei Greenpeace, mit Schwerpunkten auf Greenwashing, Lieferketten, Handel sowie Biodiversität, Landwirtschaft und Demokratie. Sie hat einen Magister in Internationaler Entwicklung (Universität Wien), einen Abschluss in Internationalen Beziehungen (Diplomatische Akademie Wien) und einen Master of Business Administration (MBA, California Lutheran University, USA). Vor ihrer Tätigkeit bei Greenpeace gründete sie »Donau Soja« mit, einen Verein für eine nachhaltige europäische Eiweißversorgung. 2021 rief sie die Anti-Korruptions-Initiative »Saubere Hände – Stoppt Korruption« ins Leben. 2024 initiierte sie gemeinsam mit Julian Hessenthaler, Fritz Hausjell und Ramin Mirfakhrai den Verein »Ans Licht!«, der Whistleblower:innen schützen und unterstützen will.
30.10.2025: Die Rolle des Bergbaus in der Nachhaltigkeitstransformation
Michael Tost moderiert von Christoph Scherounigg

B*lly Frank, CC BY 2.0
Kurzfassung
Michael Tost wird in seinem Vortrag die derzeitige Nachhaltigkeitstransformation beschreiben und welche Auswirkungen diese auf mineralische Rohstoffe einerseits und den Bergbau andererseits hat. Er wird weiters Innovationen vorstellen, die den Bergbau in der notwendigen Transformation in den nächsten Jahrzehnten unterstützen werden.

Michael Tost ist Leiter des Lehrstuhls für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft an der Montanuniversität Leoben und Eigentümer von Mango Impact e.U., einem Beratungsunternehmen für Nachhaltigkeit in Österreich. Er hat an der Montanuniversität Leoben in Bergbau und Umwelttechnik promoviert und verschiedene Postgraduiertenkurse an der London Business School, Großbritannien, und der AGSM in Sydney, Australien, absolviert. Bevor er sein eigenes Unternehmen gründete und zur Montanuniversität zurückkam, war er für über 12 Jahre bei Rio Tinto in verschiedenen Funktionen in den Bereichen nachhaltige Entwicklung sowie Gesundheit, Sicherheit und Umwelt in Österreich, Großbritannien und Kanada tätig. Anschließend arbeitete er als Head of External Affairs, Europe & North America bei Vale in der Schweiz und Head of Mining and Metals beim World Economic Forum in der Schweiz, wo er das Projekt „Mining & Metals in a Sustainable World“ initiierte und sich auf die Förderung einer verantwortungsvollen Bergbauentwicklung konzentrierte.
